
Habitus
Transformation
en transclasse
Habitus-Transformation lässt sich vor allem als Konzept auf Pierre Bourdieu (u.a. in Die feinen Unterschiede; 1981) zurückführen, der zudem drei Kapitalsorten + symbolisches Kapital als Anerkennungsform unterschied: ökonomisches, kulturelles und soziales Kapital.
Als ein Indiz für eine in diesem Fallbeispiel weitreichende Habitus-Transformation könnte z.B. der Wohnsitzwechsel einer Person von der Berliner Gropiusstadt zu einem wohlhabenden Stadtteil wie Grunewald betrachtet werden. Auf diesem Weg der sozialräumlichen Mobilität, musste die Person ihr Verhalten, ihre Ausdrucksweise und ihr Erscheinungsbild im zugrundeliegenden Szenario so weit anpassen, dass sie sich in dem neuen sozialen Umfeld zurechtfindet, sich somit dort heimisch fühlt und zudem in diesem akzeptiert wird (vgl. belonging).
Das Konzept ist nicht unumstritten: Aladin El-Mafaalani (2015) spricht in diesem Zusammenhang daher auch von Habitus-Modifikationen, da vollständige Transformationen selten vorkommen und als äußerst schwierig gelten, denn der Habitus ist mitunter träge (es dauert lange bis sich menschliche Gewohnheiten -> habits, ändern). Für Menschen, die „dazwischen“ stehen – also weder in den jeweiligen Eliten verankert noch in ihrem ursprünglichen Milieu verbleiben – können währenddessen Habitus-Struktur-Konflikte in Form tiefer Zerrissenheit auftreten.
Hier setzt das transklassige Konzept in Anlehnung an Chantal Jaquet (2018), an: weg vom Streben nach einem vollkommenen Habitus hin zur Akzeptanz einer transklassigen Identität, die sowohl in bildungsbürgerlichen Kontexten bestehen kann als auch über StreetCredibility verfügt.
Demnächst werde ich versuchen anhand meiner eigenen Habitus Modifikationen oder auch Transformationen in den unterschiedlichen Lebensbereichen (Gesundheit, Beruf, Finanzen, Wissen & Sozialleben und in Verbindung mit den o.g. Kapitalsorten) das bourdieusche Konzept kritisch zu verdeutlichen.
