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Image by skye walters

Über die Initiative

Es soll ein klassenübergreifender Dialog initiiert werden und es sollen daher Impulse für eine postbürgerliche und sozial gerechtere Gesellschaft im Sinne von transclasse gesetzt werden. Sie möchte z.B. sowohl Menschen mit akuten Habitus-Struktur-Konflikten ansprechen als auch u.a. Bildungsbürger*innen & First-Gen-Academics zum gemeinsamen Austausch anregen, um das Beste aus allen sozialen Welten zusammenzufügen.

Nicht nur Bourdieu sieht bei bildungsbürgerlich geprägten Menschen Kunst- und Kulturverständnis und bei WCPC (working class poverty class) eine ausgeprägte Ehrlichkeit und Solidarität, wobei selbstredend Ausnahmen die Regeln bestätigen und genannte Eigenschaften grundsätzlich bei allen Individuen ausgeprägt sein können.

Wieso die Stärken diverser Milieus nicht für zukünftige Generationen kombinieren und die Klassendifferenzen im KI-Zeitalter somit bei Seite schieben, da ja auch "Herrschende" mit sozialem Sinn genauso wie "Beherrschte" mit diesem, oft unter der weiter wachsenden Spaltung leiden?

 

Eine der zwei tragenden Säulen der Initiative ist die Forschung zur Klassenliteratur – daher werden Besucher*innen der Homepage künftig auch Leseempfehlungen und Reflexionsimpulse rund um diesen Themenbereich finden. Ferner werde ich als Initiator auch von meiner eigenen Habitus-Transformation, so weit erfolgt und fortgeschritten, berichten, was wiederum die zweite Säule darstellt.
Natürlich kann sich dieser Initiative auch auf Anfrage hin angeschlossen werden. Gerne könnt ihr mir hierfür eine Kontaktanfrage via E-Mail senden.

Wofür bedarf es einer solchen Initiative?

In einer Gesellschaft, in der Bildung, Chancen und gesellschaftliche Anerkennung oft noch nach der sozialen Herkunft verteilt werden, gibt es Räume, in denen Menschen wie ich sich lange unsicher und nicht willkommen fühlen (u.a. Opern, Museen & Universitäten). Anstatt proaktiv soziologisch informierte Hilfe zu erhalten, versacken First-Gen-Academics viel zu oft irgendwo zwischen intellektuellem Prekariat und aufstiegsorientiertem Kleinbürgertum – und das, während sich der Bildungsdiskurs zunehmend auf ihre transklassigen Perspektiven & Herausforderungen einstellt und ihnen mlgw. dadurch neue Chancen bietet.
Nur: wie davon schnellstmöglich und zum Wohle aller profitieren?
 
Die Initiative für Habitus-Transformation und Klassenliteratur (IfHuK) entstand aus dem Bedürfnis, genau diese Lücke zu schließen. Hier geht es nicht nur um reine Theorie, sondern um gelebte Lebensrealität im spätmodernen Spannungsfeld: um Wege, die individuelle Bildung, die kulturelle Kompetenz, die finanziellen Rahmenbedingungen und die persönliche Entwicklung so weit wie möglich bewusst zu gestalten – und dabei die sozialen Strukturen, die uns stetig prägen & reproduzieren, so auszuhandeln, dass das Bestmögliche an für auch die Gesundheit notwendiger Entwicklung herausgeholt werden kann. Denn es ist aktuell noch viel zu häufig ein zähes Ringen um die Deutungshoheit über die eigene Biografie und den damit verbundenen und gesellschaftlich zugestandenen Handlungs- sowie Entwicklungsspielraum.
Wir brauchen m.E. diese Initiative, da der gesellschaftliche Diskurs immer noch die neoliberale Erzählung des „glücklichen Schmieds“ reproduziert. Viele Menschen tragen dabei eine stille Last: Scham, Unsicherheit, das Gefühl, nicht genug zu sein – da sie trotz aller Bemühungen, dennoch zu scheitern scheinen.
Dabei wird oft verkannt, dass ein Teil des Misserfolgs vorprogrammiert und der Systemlogik zuzuschreiben ist.
 
Die Initiative möchte daher aufzeigen, dass es Alternativen gibt – dass der Habitus nicht vollends in allen Aspekten statisch sein muss, sondern bisweilen transformierbar ist; dass Klassenliteratur uns in diesem Zuge helfen kann, die eigenen Erfahrungen zu verstehen und produktiv zu reflektieren.
Hier geht es um reflektierte Selbstpositionierung: sich der eigenen Herkunft bewusst zu sein, ohne sich davon definieren zu lassen (own your story); die eigene soziale Mobilität und Bildung aktiv zu gestalten – und gleichzeitig die gesellschaftlichen Machtverhältnisse kritisch zu hinterfragen und wo möglich, neu zu verhandeln.
 
Die Initiative versteht sich als Labor für transklassige Perspektiven, als Plattform für Austausch, Beratung und Forschung. Ein Ort, an dem Menschen ihre Erfahrungen sichtbar machen können, ohne sich zu verbiegen.
Sie verbindet wissenschaftliche Analyse, kulturelle Praxis und politische Reflexion, um Wege zu eröffnen, die weit über klassische soziale wie Bildungsaufstiegs-Narrative hinausgehen.

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